Bemerkungen über die Herkunft der Familie Albert

Die Alberts aus unserer Familiengruppe stammen vor allem aus dem Blomberger Becken; ihre Vorfahren kommen aus der näheren Umgebung, wie z. B. aus Graben, Klus, Hiddensen (Hiddenhausen), Eschenbruch, Siebenhöfen mit den Höfegruppen Dollingstich und Ebbestorf, Herrentrup, Belle, später aber auch aus dem Gebiet Schmedissen, Bellenberg, Heiligenkirchen, Berlebeck, Feldrom, Fromhausen (Steinmeier, Temme, Fricke).

Ein weiterer Albert-Zweig stammt aus Höntrup. Er kommt durch die Heirat zwischen Johan Alerd Lüdeking mit Anna Magdalena Albers aus Höntrup zur Gruppe Albert. Ich weiß aber noch nicht, ob dieser Halb-Meier-Hof eventuell die Urzelle der Alberts dieses Gebietes ist. Er wird schon 1308 erwähnt: Der Knappe Johan von Negenborn verschenkt Alberts Hof an das Kloster St. Marien in Lemgo (vgl. Lipp. Regesten). Es könnte sein, dass die nachgeborenen Söhne in Hiddensen, Graben und Klus eingeheiratet oder neue Höfe gegründet haben!

Zur Gruppe zählen die Familien Albert, Gravemeier, Sprutemeier (Sprute), Wiechmann, Wieneke (Wienekemeyer), Gröne (Grün), Prasse (Mossenberg), Husemann, Sieges, Holste, Gehrke, Röter, Köller, Weber, Schröder, Henkor(dt)s, Lüdeking, Tölker, Röwe, Fiener, Cöller, Hofmeister, Meyer-Erich, Roog, Dickewied, Mettengang, Heidhecker, Koch, Tielken.

In der Ortschaft Hyddenhusenn (Hiddensen, in der Nähe von Eschenbruch) und der Streusiedlung Graben und Klus lebten viele Vorfahren dieser Familiengruppe. Hyddenhusen erscheint in den Schwalenberger Landschatzregistern 1525 mit 4 Höfen. Die Namen Wieneke (Wynecke) und Gröne (Gronner, Grenner, Gronnier) erscheinen schon in den Landschatzregistern von 1535, 1545 und 1562. Auch die Namen Sprute (Sprutemeier) und Alberdt werden erstmals im Landschatzregister von 1590 genannt.

Dieser Alberdt ist also der älteste seines Namens in unserem Familienverband. Zwischen 1562 und 1590 müssen die Alberts als Neusiedler in dieses Gebiet gekommen sein. Vielleicht hat auch ein Albert in eine bereits vorhandene Stätte eingeheiratet. Mit den Lageplänen von Klus und Hiddenhausen aus dem 16. Jhdt. und von 1648 lässt sich die Theorie von der Einheirat konkretisieren:

Im 16. Jhdt. sitzt auf Klus Nr. 3 ein Johan Nolten (vgl. Landschatzregister von 1535, 1545, 1562). 1648 heißt der Besitzer aber Johan Albert!! Er muss den Hof übernommen oder auf den Hof eingeheiratet haben, nachdem Albert Nolte 1617 gestorben war (L89 A1, Nr. 246).

Aufgrund der Angaben aus den Landschatzregistern, aus Urkunden und Salbüchern lässt sich die folgende Ahnenreihe der Alberts rekonstruieren (über die Ehefrauen kann man aus diesen Listen aber leider nichts erfahren!):

Alberdt: Landschatzregister von 1590;
Albers, Berndt: Verzeichnis des Amtes Schieder von 1611 (Halbspänner);
Albers Nolte: Salbuch von 1618 (L 92 Z IV, Nr. 26);
Alberß, Johan: Urkunde von 1633 (30-jähriger Krieg);
Albers, Johan: hat eine zu kurze Haspel (1659);
Alberß, Johan: (Fräuleinsteuer-Verzeichnis von 1666); (wahrscheinlich: Albers Johan der jüngere!
Albers, Hans Berndt (* 1673 in Clus).

Im Landschatzregister von 1611 werden für Hiddenhausen bereits 19 Hofstellen genannt:
10 Vollspänner: Schlepper, Grönder, Graben Hans, Wienken Cordt, Wesemann, Grönewaldt, Sprute, Ernst Richter, Franz Gerke, Niemeyer.
2 Halbspänner: Sommer, Albers Berend.
Kleinkötter: Johan Bremer, Cordt Stammeyer, Johann Berndt, Iggenhausen, Martin Schneider.

Im 30-jährigen Kriege mußten auch die Hiddenhausener viel Leid erdulden. Im Staatsarchiv Detmold existiert unter dem Standort L 31 / XIII ein Dokument vom 18. Januar 1633, in dem von solchen Schwierigkeiten berichtet wird und in dem unser Vorfahr Johan Alberß gleich zweimal erwähnt wird:
„...daß etzliche zu Hiddensen, so an der Heerstraße wohnen, alß des Sommers Wittib, Alberß Johan, der Clußmeyer und der Richter, täglichen Überfallß sich heftig beklagen, alßo daß sie nicht ein bißchen brodt in ihren Häußern hätten,...
... undt seien dem Alberß Johan unter kurtzer Tag alle seyne Pferde auß dem Stalle entfremdet. “
Er kann seinen Verpflichtungen gegenüber dem Landesherrn nicht mehr nachkommen und bittet deshalb um Erlaß derselben.
Ohne diese Urkunde hätte die Ahnenreihe der Alberts nicht aufgestellt werden können. In den Kirchenbüchern ist aus dieser Zeit nichts zu finden. Die Eheprotokolle sind verschwunden! Ich habe diese Urkunde auch nur durch Zufall gefunden, als ich die Ortsakten des Amtes Blomberg durchsah.

Dieses Hiddenhausen (heute Hiddensen) läßt sich aktenmäßig nur schwer erschließen. Es gehörte als Grenzgebiet zum Samtamt Schwalenberg, an dem auch der Bischof Rembert von Paderborn beteiligt war. Auch Hessen war hier vertreten . Der Landgraf von Hessen war der Vormund des Grafen Philipp von Spiegelberg-Pyrmont. Über die Grenzstreitigkeiten gibt es viele Dokumente (vgl. Karte auf der nächsten Seite). Wann es sich aus dem Amt Schwalenberg herausgelöst hat, steht nicht genau fest. Der lippische Geschichtsforscher Kiewning erwähnt schon 1552 einen Amtmann in Schieder.

Nach dem Tode Graf Simons VI. von Lippe (1563 – 1613) wurde das Land Lippe in verschiedene Paragialämter aufgeteilt. Diese Paragialämter stellten die Abfindung für die nachgeborenen Söhne dar, die nicht die Regierung antreten konnten. Sie sollten damit wirtschaftlich abgesichert werden. So kam das Amt Blomberg 1613 unter die Herrschaft der Nebenlinie Lippe – Brake. Diese Nebenlinie starb 1709 aus. Das Amt Blomberg fiel deshalb wieder an die Hauptlinie in Detmold zurück. Aber schon 1737 war der Graf zu Schaumburg-Lippe der neue Landesherr. 1789 wurden einige Bauerschaften (z.B. Wellentrup) dem Amt Schieder zugeordnet.

Ab 1789 gehörte nur noch das Amt Blomberg, zu dem u. a. die Bauerschaften Klus, Graben Hiddensen und Eschenbruch zählten, zu Schaumburg - Lippe.

Die später durchgeführten Verwaltungsreformen konnten das Durcheinander in den Akten auch nicht aufheben. Es gibt deshalb für diese Ortschaft keine durchgehenden Heberegister. Sie erscheinen auch in Registern des Amtes Schieder, leider zu wenig detailliert. Erst 1839 kam auch das Amt Blomberg wieder an das regierende Haus in Detmold zurück.

1789 ist über Hiddenhausen folgendes zu lesen:
„Hiddenhausen, wo ein Schulhaus und 5 Halbmeier; auf dem Graben, 1 Halbmeier, 1 Kötter und 5 Eigenhäuser; auf dem Klus, 1 Halbmeier, 2 Kötter; Eschenbruch, 3 Halbmeier, 2 Halbkötter, 21 Eigenhäuser; die Kixmühle und der Litzenkrug, überhaupt also 44 Wohnungen befindlich sind.“

Hiddenhausen gehörte zur Kirchengemeinde Blomberg. Es war ein weiter Weg nach Blomberg. Der Kirchweg führte über den Winterberg, am Eichberg vorbei und dann über die Steinkuhle nach der Stadt. Barntrup wäre leichter erreichbar gewesen. Aber die politischen Umstände, d.h. die Zugehörigkeit zum Amte Blomberg, ließen das nicht zu.

Zu den ältesten Vertretern dieser Gruppe und diesem Raum gehören Bernd Symon Grone modo Gravemeier (vom Hagen) und HENRICH von Hiddenhausen, modo Grabemeier (wahrscheinlich der Vater von Symon Henrich!!).

Stammbaum Luise Albert
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